Arbeitsgemeinschaft Eine Welt Bad Dürkheim e.V.

Die Arbeitsgemeinschaft Eine Welt Bad Dürkheim e.V., die sich aus ehrenamtlich tätigen Mitgliedern zusammensetzt, ist Trägerin des Weltladens Bad Dürkheim. Die Arbeitsgemeinschaft ist 1983 aus der Einsicht entstanden, den ungerechten Strukturen des Welthandels entgegenwirken zu müssen und faire Handelsbedingungen für die Menschen in den Entwicklungs- und Schwellenländern zu schaffen.

Satzung Arbeitsgemeinschaft Eine Welt Bad Dürkheim e.V.

Wenn Sie unseren Verein und unsere Arbeit durch eine Mitgliedschaft unterstützen wollen, füllen Sie die nachfolgende Beitrittserklärung aus und senden diese an den Weltladen Bad Dürkheim.

Beitrittserklärung

Möchten Sie mithelfen, die Ungerechtigkeit der Handelsstrukturen ein klein wenig zu verändern? Schicken Sie uns einfach eine formlose E-Mail:

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oder schauen Sie im Weltladen vorbei, wo Sie sich gerne auch weiter über uns informieren können.

Chronik der Arbeitsgemeinschaft Eine Welt Bad Dürkheim e.V.

Das erste Dokument unseres Vereins ist die Einladung zur Gründungsversammlung am 5.09.1983. Vorausgegangen waren im Frühjahr ein Gespräch zwischen Ulrike Nickel (Leiterin des Martin-Butzer-Hauses), Monika Landwehr (Gründungsmitglied des Weltladens Landau) und Rüdiger Schellhaas (Pfarrer in Bad Dürkheim). Daraus folgten einige größere Informationsveranstaltungen und Stände über 3. Welt Themen (Nicaragua, Brasilien) in Bad Dürkheim.

Gefunden hat sich dabei eine Gruppe von ca. 25 Personen, die gewillt war, sich aktiv für die Belange der „Dritten Welt“ einzusetzen, unter anderem durch den Verkauf von Waren aus der sogen. „Dritten Welt“ in einem Ladenraum.

Pfarrer Rüdiger Schellhaas, neugewählter erster Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dritte Welt e.V., nannte in seiner Eröffnungsrede des ersten Ladens am 17.11.1983 drei Probleme, die die Menschheit lösen müsse, wenn sie in Zukunft überleben wolle:

  • Einen Frieden, der weniger auf Waffen, sondern auf Vertrauen aufbaue,
  • das Bemühen um die Erhaltung der Schöpfung als Lebensgrundlage
  • und den Ausgleich zwischen armen und reichen Ländern mit dem Ziel eines menschenwürdigen Lebens für alle.

„Kleiner Laden mit großer Aufgabe“ titelte die Rheinpfalz nach der Eröffnung des Dritte Welt Ladens. Und wahrlich, es war nur ein Raum und ein Keller als Vorrats- und Abstellraum in der Gaustrasse 4 vorhanden. Wir hatten zwar schon Strom, aber geheizt wurde mit Holz in einem gespendeten Kanonenofen! Wir waren eben ein echt alternativer „Dritte Welt Laden“. Zwar hatte das Lädchen ein großes Schaufenster, doch unsere Kräfte reichten nur zu drei Öffnungszeiten pro Woche.

In unserer Satzung haben wir bewusst zwei Tätigkeitsfelder verankert: die Ladenarbeit und darüber hinaus Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Es zeigte sich im Laufe der Zeit, dass der Schwerpunkt des Vereines doch der Laden war.

Die erste Krise hatten wir in der Mitgliederversammlung 1986 zu meistern. Müdigkeit war eingekehrt, die Sinnfrage stellte sich. 6 : 6 hieß das Abstimmungsergebnis um den Fortbestand des Ladens. Und unentschieden hieß weitermachen! Wir kompensierten unseren Frust mit der Renovierung und Vergrößerung des Ladens um einen Raum. Wir engagierten uns für den Aufbau in Nicaragua, schwärmten für Ernesto Cardenal und tranken fast nur noch NICA-Kaffee. Wir demonstrierten gegen die Apartheid in Südafrika, beteiligten uns am Südfrüchteboykott und organisierten Informationsabende.

Durch Vermittlung des damaligen Kulturbürgermeisters wurden wir 1988 ausgewählt, der Stadt Bad Dürkheim ein Entwicklungshilfe-Projekt zur finanziellen Förderung vorschlagen zu dürfen. Es gab heftige Diskussionen für und wider Ruanda, für Straßenkinder in Afrika oder Lateinamerika, für die Unterstützung unserer ProduzentInnen in Asien u.v.a.m.. Geeinigt haben wir uns dann auf „Molo Songololo“, die dreisprachige Kinderzeitung aus Kapstadt, Südafrika. Sie kommt unserer Vorstellung von gemeinsamer Entwicklung durch Kennen lernen und Verstehen des anderen am stärksten entgegen. Damit stand für die nächsten Jahre Afrika ganz oben auf unserer Tagesordnung. „Molo Songololo“ heißt „Hallo Tausendfüßler“ und dieser wurde dann von einer Schulklasse der Pestalozzischule begeistert gebastelt.

1991 gab es das Kinderfest beim Tausendfüßler,

1992 gemeinsam mit dem Kulturbüro der Stadt Bad Dürkheim das „Fest für Afrika“.

1993 beteiligten wir uns am Projekt des Hauses der Jugend „Dem Hass keine Chance – gemeinsam gegen Ausländerfeindlichkeit“.

Dann kam die schon lange befürchtete vorbeugende Kündigung der Stadt Bad Dürkheim, die inzwischen das Gebäude Gaustrasse 4 erworben hatte und das Gelände sanieren wollte. Also hieß es einen neuen Laden suchen, umziehen und neu kalkulieren. Wir fanden Räume in der Philipp-Fauth-Strasse. Zum Glück war das Risiko überschaubar und die zusätzlichen Kosten wurden durch nur langsam steigende Miete abgefedert.

Mit der Lebensdauer des Ladens änderte sich aber auch unser Bewusstsein. Mit dem Umzug in die Philipp-Fauth-Str. 8 vollzogen wir den Schritt vom „Dritte Welt Laden“ zum „Eine Welt Laden“ und betrieben ab 11.03.1995 „Fairen Handel“ statt „Alternativen Handel“.

Durch das „Frühstück mit Afrika“ 1996 blieb Afrika weiterhin Schwerpunkt.

1997 organisierten wir eine Stadtrallye für Kinder.

Die finanzielle Situation des Ladens stabilisierte sich. Nur war im Laufe der Zeit beim Umsatz eher Stillstand als Wachstum zu verzeichnen. Wir schoben das auf das fehlende Schaufenster und die wenig günstige Lage des Ladens. Es bedurfte aber schon eines sehr glücklichen Zufalls, um in Bad Dürkheim einen Laden zu bezahlbaren Bedingungen zu finden. Und wieder standen wir vor der Entscheidung, wachsen und größer werden ja, aber keinesfalls ein unkalkulierbares Risiko eingehen. Also allen Mut zusammennehmen und alle Ratschläge abwägen. Um einen ansprechenden Laden einrichten zu können, stellten vor allem Mitglieder zinslose Kredite zur Verfügung. So konnte am 8. November 2003 in der Weinstrasse Süd 10 unser „Weltladen“ eröffnet werden, als das „Fachgeschäft für Fairen Handel“ in Bad Dürkheim.

„Wandel durch Handel(n)“ hat auch bei uns eingesetzt. Weg von der ausschließlich caritativen, gönnerhaften Idee des „etwas Gutes zu tun“ führte uns den Weg hin zu einer auf einklagbaren Gerechtigkeit beruhenden gleichberechtigten Partnerschaft mit unseren ProduzentInnen.

Unser Weltladen verkauft keine Ablasszettel für ein gutes Gewissen. Unser Weltladen ist die Baustelle für die Welt von morgen.

Ganz im Sinne von Dom Helder Camara, dem Erzbischof von Olinda und Recife, wirtschaften wir inzwischen nach der Devise:

„Eure Almosen könnt ihr behalten, wenn ihr uns gerechte Preise zahlt.“

Werner Talarek

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